Cello Mafia – OVB 20.6.2012

Bei diesem Cellospiel ziehen sich selbst Mafiosis aus

    Schon die Besetzung ist einzigartig, doch die Show, die die fünf Musiker mit und ohne Instrumente abliefern, ist kaum zu übertreffen: Der Abend mit der Cello-Mafia in “Auers Livebühne” in Neubeuern begeisterte.

    "Je t'aime" - Fany Kammerlander (rechts) weiß mit den vier Herren der Cello-Mafia umzugehen. Foto Binder© OVB

    “Je t’aime” – Fany Kammerlander (rechts) weiß mit den vier Herren der Cello-Mafia umzugehen. Foto Binder

    Die Cello-Mafia, das sind vier Männer und eine Frau, die alle – wie könnte es anders sein – Cello spielen. Doch wer denkt, das Programm dieses Quintetts bestehe aus klassischer, vermeintlich cellotypischer Musik, der hat sich geirrt. Denn der Auftritt der Cello-Mafia ist kein normales Konzert, ihr Auftritt ist beste Musikcomedy. Giulia Tagliatella (Fany Kammerlander), Enzo Gnocchi (Tobias Melle), Bruno Maccarone (Thomas Wollenweber), Michele Spaghettini (Michael Weiß) und Emilio Tortelloni (Emil Bekir) präsentieren in ihrem Best-of-Programm eine skurrile Nummer nach der nächsten. Schnell schreiten sie voran, ohne Verschnaufpausen für sich oder das Publikum, das immer wieder in die Show einbezogen wird. Die Zuschauer in “Auers Livebühne” tanzen “Maccarena”, sie singen “Hey Jude” und den Damen in der ersten Reihe jagt ein als Zombie auferstandener Hausmeister gehörige Furcht ein.

    Die Show der musikalischen Mafiosi ist professionell, bis aufs Detail durchgeplant, geistreich und herrlich witzig. Jeder Blick sitzt, jeder Schritt ist aufeinander abgestimmt, Sonnenbrillen werden je nach Lied auf- oder abgesetzt, die Ansagen kommen mit überzeugend italienischem Akzent. Musikalisch beherrschen die fünf hervorragenden Cellisten, so scheint es, alles. Der Schwerpunkt des Programms sind Songs, die in irgendeiner Weise mit der Mafia assoziiert werden können, wie bekannte Melodien von “Tatort”, “Mission Impossible”, “James Bond” oder “Mack the Knife”. Aber auch eingängige Gute-Laune-Lieder wie “Rum & Coca Cola”, eine ganz besondere Version von Nicoles Grand-Prix-Titel: “Ein bisschen Zwiebeln” oder klassische Stücke wie Bachs “Air” aus der Suite Nr. 3 spielen die Cellisten perfekt. All diese Lieder sind mit irgendeiner Einlage verbunden. Entweder bleibt die CD hängen und die Musiker spielen eine Dauerschleife oder sie präsentieren Teile des Stücks in Zeitlupe beziehungsweise Schnellvorlauf. Die kreativen Arrangements von Thomas Wollenweber lassen die fünf Celli als großes Orchester oder vermeintliche Gitarren-Begleitung zu Gesangsnummern erklingen: Es ist beeindruckend wie die fünf Musiker ihre Instrumenten facettenreich einzusetzen wissen.

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