15. Oktober – Dreiviertelblut – Miesbacher Merkur

Me + Marie 19. September – Miesbacher Merkur

Neurosenheimer – 6.12.2014 OVB

Söllner – 9. 6.2014 OVB

D. D. Lowka – 16.2.2014 Miesbacher Merkur

Jazz mit D.D. Lowka und Band: Weder klein noch mini

Irschenberg – Am Ende eines grandiosen Jazzabends in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg stellte sich nur eine Frage: Warum um alles in der Welt nennen D.D. Lowka & Band ihre neue CD und das gleichnamige, fast dreistündige Programm nur „Mini Jazz“?

Ein bescheidener Musiker: Quadro-Nueo-Kontrabassist D.D. Lowka (Mitte) spielte mit seiner neuen Band in Irschenberg.

Nichts an diesem Abend war klein, geschweige denn mini. Wie auch? Der Chiemgauer Kontrabassist D.D. Lowka, der sonst mit Quadro Nuevo durch die Welt tourt, zählt zu den bekanntesten Musikern der Klassik-Jazz-Szene. Ja, er zählt sogar zu deren großen Musikern, weil er den Kontrabass aus dem Hintergrund und musikalischen Schattendasein hervor geholt und ihm eine neue, tragende Rolle zugewiesen hat. Das ist es auch, was „Mini Jazz“ aus- und für jeden Jazz-Fan unabdingbar macht: D.D. Lowka spielt den Kontrabass in den Vordergrund, macht ihn zum Motor, zur treibenden Kraft und zum Herzstück. Er hat damit die Jazz-Karten neu gemischt.

Doch gleichzeitig hören sich die Stücke von Duke Ellington, Dizzy Gillespie, Miles Davis, Herbie Hancock, Wes Montgomery und den Sugababes authentisch an wie letztmals von amerikanischen Musikern auf dem Chicago-Jazz-Festival so gehört. Was daran liegt, dass die Idee des Jazz mit dem situationsbedingten, improvisatorischen Zusammenspiel befreundeter Musiker, die sichtlich Spaß am Spiel haben und sich blind vertrauen, grandios umgesetzt wird. Neben und mit Lowka, der obendrein durch seinen trockenen Humor in der Moderation punktete, faszinierte Reinhard Greiner an der Trompete, Walter Lang am Piano, Florian Riedl mit Saxophon, Klarinette und Querflöte und Florian Rein von den Bananafishbones an den Percussions und der Dinzlerschen Röstanlage, die er intuitiv mit seinen Drumbrushes bearbeitete. Die Musiker bildeten eine Einheit und ließen sich gegenseitig Raum für grandiose Soli, die das Publikum immer wieder mit Zwischenapplaus belohnte.

Der Abend war mehr als eine Liebeserklärung an den Jazz, wie es sicherlich die CD ist. Er war ein mitreißender Exkurs, bei dem die Zuhörer die Vielfalt, Vielschichtigkeit und Vitalität des Jazz erlebten und so mancher, bis dato nicht für Jazz Entflammte, für das Genre angefixt wurde.

Alexandra Korimorth

Irschenberg – Am Ende eines grandiosen Jazzabends in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg stellte sich nur eine Frage: Warum um alles in der Welt nennen D.D. Lowka & Band ihre neue CD und das gleichnamige, fast dreistündige Programm nur „Mini Jazz“?

© Bild Andreas Leder

MarieMarie – 16.12.OVB

Martina Eisenreich – 21.10.2013 Miesbacher Merkur

5/8-erl in Ehrn – OVB Online 3.5.13

OVB 03.05.13

“5/8erl in Ehrn” mit Wiener Soul in der Kaffeerösterei Dinzler
Musikalische Sachertorte

Musikrichtungen gibt es viele: Rock ‘n‘ Roll, Funk, Pop und anderes mehr. Auch die Soulmusik hat ihre zahlreichen Anhänger – der “Wiener Soul” hingegen ist ein neuer Ast am musikalischen Baum, ein neuer Stern am Notenhimmel. Die niederösterreichische Formation mit dem Namen “5/8erl in Ehrn” zelebriert bietet diesen samtweichen Sound und kredenzt diese musikalischen Sachertorte mit staubtrockenem Humor.

So geschehen jüngst am Irschenberg in der Kaffeerösterei Dinzler. Zwischen Filtrationsanlagen steht – etwas improvisiert, aber nicht minder professionell – eine kleine Bühne, wo die fünf Musiker komfortabel Platz finden, und die Show beginnt. Der kernige Kontrabass von Hanibal Scheutz macht schnell klar, wo es langgeht, während die Gitarre von Miki Liebermann zuverlässig für Untermalung sorgt. Das soulige Keyboard, an dem Clemens Wenger sitzt, vereint die Melodien zu einem Guss, während für Max Gaier und Bobby Slivosky am Mikrofon harmonischer Gesang und launige Anmoderationen bleiben.

“5/8erl in Ehrn” bieten einen bluesigen Soul und kombinieren diesen mit Wiener Schmäh, im Duett ebenso hörenswert wie als Solo. Der Titel “Wunderschöner Mai” kommt auf Katzenpfoten daher, die “Kniascheibn” ist aggressiver, und die kleine Peitscheinlage passt zum Songtext über Hass.

Die auf der CD “Bitteschön” vorgestellten Songs werden querbeet präsentiert, ebenso Stücke aus ihrem Silberling “Gut genug für die City”. Immer wieder ergänzen sich Gaier und Sliovsky trocken und scheinbar unbeeindruckt, beziehen das Publikum ins Spiel mit ein. “Schwachstö” oder das “Nackabatzerl” sorgen für begeisterte Resonanz im ausverkauften Dinzler.

Der Humor der Fünf hätte auch in England gute Chancen, und ihr Soul ist trotz österreichischer Färbung für einen internationalen Werdegang “gut genug”. Nicht umsonst gab es für sie 2012 den “Amadeus Music-Award”. Kurzum: ein besonderes Konzert – Musikrichtungen kann es nie genug geben. kew

Kellner – Merkur online 24.2.2013

Rockband Kellner in Irschenberg

“Die Oma soll sagen: Es groovt”

Irschenberg – Eigentlich steht die Kaffeerösterei Dinzler für Gemütlichkeit. Am Wochenende ging es aber richtig rockig zur Sache: Mathias Kellner war mit seiner Band zu Gast in Irschenberg.

Rockband Kellner

© Andreas Leder

Von Liebe bis zu fiesen Monstern: Die Themen in den Liedern der Rockband Kellner sind unterschiedlich, genau wie die Musikstile. Derzeit sind Mathias Kellner (M.) und Co. mit ihrem neuen Album auf Tour.

Wo sonst Kaffeebohnen geröstet und verpackt werden, dröhnt die rauchige und rockige Stimme von Mathias Kellner durch die Halle. Am Freitagabend gab der Sänger und Songwriter zwischen riesigen Maschinen und Rohren, die mit pinkem und orangem Licht beleuchtet wurden, für rund 400 Zuhörer ein Konzert in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg. Dabei bekamen die Fans exklusiv erste Songs aus der noch nicht veröffentlichten neuen CD zu hören. Der gebürtige Straubinger Kellner war selbst begeistert von der Atmosphäre. „Sehr geil ist es hier – vor allem, weil’s so gut nach Kaffee riecht“, sagte der Musiker, der Schreiner gelernt hat. Der sympathische Sänger und seine Band begeisterten in der Kaffeerösterei mit ihrem vielfältigen Programm. Neben den aus dem Radio bekannten und eher rockigen Songs („iSong“, „The Glow“ und „Cotton Candy Lies“) präsentierten sie Balladen, Country-Songs und Blues-Stücke – teilweise sogar dreistimmig. Egal wie unterschiedlich die einzelnen Musikstile jedoch sind, eines haben alle seine Lieder gemeinsam: lustige und teils skurrile Texte. Themen wie Liebe weichen Geschichten über Monster und Cowboys. Damit diese auch jeder versteht, erzählte der 28-jährige Niederbayer vor fast jedem Lied die passende Anekdote, schlüpfte in verschiedene Rollen und brachte mit seiner selbstironischen Art das Publikum mehrmals zum Lachen. Die Rockband, die heuer mit ihrem Mitte März erscheinenden Studio-Album „Kinda Wild“ auf Tour geht, wolle die Radiolandschaft verändern und die langweiligen Popsongs ablösen. „Die Oma soll neben dem Radio sitzen und einfach sagen: Es groovt“, rief er in die Halle. Dann gab es volle Power.
Caroline Attlfellner

5/8-erl in Ehrn – OVB 21.11.2012

Die Wiener Band “5/8erl in Ehr’n” begeistert auf Auers Livebühne in Neubeuern

Querdenker mit coolen Nummern

Sie sind jung, sie sind sympathisch, sie sind geniale Musiker und begnadete Künstler: die Mitglieder von “5/8erl in Ehr’n”, allen voran die beiden Frontmänner Bobby Slivovsky und Max Gaier. Kathrin Weimar und Tom Janko haben die Band aus Wien für ein faszinierendes, mitreißendes Konzert nach Neubeuern auf Auers Livebühne geholt.

Wiener Schmäh und geniale Musik – die Band “5/8erl in Ehr’n” auf Auers Livebühne in Neubeuern. Foto binder

Bobby und Max sind ein kongeniales Duo, einer schräger als der andere und beide hervorragende Sänger, deren Stimmen perfekt miteinander harmonieren. Begleitet werden die zwei von einer kleinen, feinen Combo mit Miki Liebermann an der Gitarre, Hanibal Scheutz am Kontrabass und Pianist und Akkordeonist Clemens Wenger.

Wie die meisten Künstler beschäftigen sich auch die Max und Bobby vorwiegend mit der Liebe. Sie schwärmen aber auch von einer Zukunft voll Euphorie, plädieren dafür, utopisch zu denken, berichten von ihrer hohen Affinität zum Nacktbaden und teilen ihr Rezept für ein glückliches Leben. Viele der Themen, die die beiden in ihren Liedern aufgreifen, sind auf Österreich bezogen. So schimpfen sie auf die Kronen-Zeitung, die in etwa das Niveau der deutschen “Bild” habe, präsentieren eine Hymne für Österreichs Ex-Fußball Nationaltrainer Didi Constantini und werden richtig gereizt, wenn sie auf österreichische Politiker wie Jörg Haider zu sprechen kommen: “Jeder soll das machen, was er gut kann. Oder er soll sich ein schnelles Auto kaufen.”

Bobby Slivovsky und Max Gaier machen aus jedem Song ein kleines Theaterstück. Begonnen bei den philosophisch angehauchten, humorvollen Ansagen – bei denen der viel zitierte Wiener Schmäh nicht zu kurz kommt – bis hin zu Gestik und Mimik während des Singens ziehen sie eine Show vom Feinsten ab. Sie chillen auf der Bühne mit hochgelegten Beinen, kuscheln sich aneinander, rauchen und trinken Alkohol nicht nur bei der Präsentation ihres wohl größten Hits “Siasse Tschik”.

Ihr Humor ist trocken und hintersinnig. Sie sehen die Welt kritisch, denken quer und um die Kurve und verpacken ihre Erkenntnisse in coole Nummern. Soul und Funk, Jazz in seiner angenehm eingängigen Form, Swing, auch rockige “Disco-Songs” wie sie sie nennen, stehen auf dem Programm. So bietet sich für Bobby ab und zu die Gelegenheit, seine “Sitz-Tanzqualitäten” zu präsentieren, indem er beide Arme gleichzeitig im Takt über dem Kopf hin und her bewegt.

Auch das Publikum wird gefordert: Bei Liedern wie “Schneid die Melone an” oder “Ja, der hat beim Happel gelernt” müssen die Zuschauer mitflüstern oder den Refrain mitsingen. Diese Aufgabe erfüllen die vielen Gäste in Auers Livebühne voll Begeisterung.

“5/8erl in Ehr’n” machen kein Geheimnis daraus, dass sie aus Wien kommen, ganz im Gegenteil. Alle ihre Texte sind in Mundart, teils tut man sich selbst als dialekt-erfahrener bayerischer Zuhörer schwer, einige Ausdrücke zu verstehen. Doch das macht die Band umso überzeugender, denn hier wirkt nichts gekünstelt, es kommt alles aus tiefstem Herzen. Und das spürt auch das Publikum.

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Heimatdamisch – OVB 21.10.2012

Cello Mafia – OVB 20.6.2012

Bei diesem Cellospiel ziehen sich selbst Mafiosis aus

    Schon die Besetzung ist einzigartig, doch die Show, die die fünf Musiker mit und ohne Instrumente abliefern, ist kaum zu übertreffen: Der Abend mit der Cello-Mafia in “Auers Livebühne” in Neubeuern begeisterte.

    "Je t'aime" - Fany Kammerlander (rechts) weiß mit den vier Herren der Cello-Mafia umzugehen. Foto Binder© OVB

    “Je t’aime” – Fany Kammerlander (rechts) weiß mit den vier Herren der Cello-Mafia umzugehen. Foto Binder

    Die Cello-Mafia, das sind vier Männer und eine Frau, die alle – wie könnte es anders sein – Cello spielen. Doch wer denkt, das Programm dieses Quintetts bestehe aus klassischer, vermeintlich cellotypischer Musik, der hat sich geirrt. Denn der Auftritt der Cello-Mafia ist kein normales Konzert, ihr Auftritt ist beste Musikcomedy. Giulia Tagliatella (Fany Kammerlander), Enzo Gnocchi (Tobias Melle), Bruno Maccarone (Thomas Wollenweber), Michele Spaghettini (Michael Weiß) und Emilio Tortelloni (Emil Bekir) präsentieren in ihrem Best-of-Programm eine skurrile Nummer nach der nächsten. Schnell schreiten sie voran, ohne Verschnaufpausen für sich oder das Publikum, das immer wieder in die Show einbezogen wird. Die Zuschauer in “Auers Livebühne” tanzen “Maccarena”, sie singen “Hey Jude” und den Damen in der ersten Reihe jagt ein als Zombie auferstandener Hausmeister gehörige Furcht ein.

    Die Show der musikalischen Mafiosi ist professionell, bis aufs Detail durchgeplant, geistreich und herrlich witzig. Jeder Blick sitzt, jeder Schritt ist aufeinander abgestimmt, Sonnenbrillen werden je nach Lied auf- oder abgesetzt, die Ansagen kommen mit überzeugend italienischem Akzent. Musikalisch beherrschen die fünf hervorragenden Cellisten, so scheint es, alles. Der Schwerpunkt des Programms sind Songs, die in irgendeiner Weise mit der Mafia assoziiert werden können, wie bekannte Melodien von “Tatort”, “Mission Impossible”, “James Bond” oder “Mack the Knife”. Aber auch eingängige Gute-Laune-Lieder wie “Rum & Coca Cola”, eine ganz besondere Version von Nicoles Grand-Prix-Titel: “Ein bisschen Zwiebeln” oder klassische Stücke wie Bachs “Air” aus der Suite Nr. 3 spielen die Cellisten perfekt. All diese Lieder sind mit irgendeiner Einlage verbunden. Entweder bleibt die CD hängen und die Musiker spielen eine Dauerschleife oder sie präsentieren Teile des Stücks in Zeitlupe beziehungsweise Schnellvorlauf. Die kreativen Arrangements von Thomas Wollenweber lassen die fünf Celli als großes Orchester oder vermeintliche Gitarren-Begleitung zu Gesangsnummern erklingen: Es ist beeindruckend wie die fünf Musiker ihre Instrumenten facettenreich einzusetzen wissen.

    HMBC – OVB 25.5.2012

    “Oana geht no” – die vielen Zuschauer in “Auers Livebühne” in Neubeuern wollten die fünf Musiker vom Holstuonarmusigbigbandclub, kurz HMBC, gar nicht gehen lassen. Nach einem erfolgreichen Kinder-Konzert am Nachmittag drehten die Vorarlberger am Abend noch einmal richtig auf und begeisterten mit ihrer erfrischenden, mitreißenden Musik.

    Sie würden auch als Mitglieder einer Boygroup durchgehen: (von links) Stefan Bär, Phillip Lingg und Andreas Broger von HMBC. Foto binder© OVB

    Sie würden auch als Mitglieder einer Boygroup durchgehen: (von links) Stefan Bär, Phillip Lingg und Andreas Broger von HMBC. Foto binder

    Philipp Lingg, Andreas Broger, Bartholomäus Natter, Johannes und Stefan Bär machten schnell klar, dass sie viel mehr zu bieten haben als ihren Hit “Vo Mello bis ge Schoppornou”. Die Künstler, deren musikalischer Ursprung in der Volksmusik liegt, spielen und singen alles – und das hervorragend. Jazz, Hip-Hop, Rap, Balkanbeats, Rock und Pop, Oberkrainer, Irish oder Country, die Musik von HMBC lässt sich nicht einordnen und genau das macht sie so besonders. Wenn Lingg ein verschmitztes “Every breath you take” singt, reißt das vor allem die weiblichen Fans in den ersten Reihen zu Jubel hin, beim volkstümlich angehauchten “Song für den Weltfrieden” “We are the World” schunkeln alle Zuschauer. Die Eigenkompositionen beweisen eindrücklich das sichere Gespür der jungen Musiker für kreative Arrangements und selbst als A-capella-Boygroup überzeugen die Burschen bei der Take That Schnulze “Back for good”. Nicht nur die rasanten Soli, die ausgereifte Technik, der Sinn für Musik machen das Konzert von HMBC so genial, sondern auch der Witz, die originellen Ideen, die Art und Weise, wie die fünf Musiker mit Tönen und Melodien umzugehen wissen. Stefanie Hertels “Über jedes Bacherl geht a Brückerl” verpacken sie mit einem krachenden “The Chicken”. Generell finden sich viele Zitate und Anspielungen in ihren Songs.

    Die Musiker von HMBC lassen sich inspirieren von bekannten Liedern und machen doch ihr ganz eigenes Ding. Auch instrumentell kann man die Fünf nicht festlegen. Sie wechseln munter zwischen Trompete, Saxofon, Klarinette, Flügelhorn, Tuba, Posaune, Akkordeon, Gitarre, Blockflöte, Tenorhorn, und nicht zuletzt sorgt Johannes Bär mit seinen Beatboxing-Rhythmen für den nötigen Groove.

    Banana Fisbones – OVB 27.1.2012

    Robert Wolf Projekt – OVB 21.12.2011

    Schon das Motto des Abends stimmte nachdenklich: “Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.” Diese Weisheit, die Victor Hugo einst prägte, sei charakteristisch nicht nur für ein Konzert, sondern für das gesamte Schaffen von Robert Wolf, so Moderator Stefan Gabanyi.

    Luciana Beleaeva, Beate Palier, Mascha Beleaeva, Fany Kammerlander und Knud Mensing (von links) in "Auers Livebühne" in Neubeuern. Foto Binder© OVB

    Luciana Beleaeva, Beate Palier, Mascha Beleaeva, Fany Kammerlander und Knud Mensing (von links) in “Auers Livebühne” in Neubeuern. Foto Binder

    In “Auers Livebühne” in Neubeuern gastierte “Robert Wolfs Musik-Projekt”. Der Quadro Nuevo-Musiker und Ausnahmegitarrist Wolf, der durch einen unverschuldeten Verkehrsunfall so schwer verletzt wurde, dass er selbst nicht auftreten kann, hat das Ensemble zusammengestellt. Musiker, die in enger Verbindung mit ihm stehen und in kleineren Besetzungen wie etwa “Faro” mit ihm zusammengespielt haben, sorgen nun dafür, dass Robert Wolfs Musik weiterhin aufgeführt wird.

    Die Besetzung ist hervorragend, großartige Einzelkünstler bringen sich und ihr Talent ein und machen diese Musikgruppe zu einer ganz besonderen. “Toxic Garden”, das Streichquartett, mit den Geigerinnen Luciana Beleaeva und Beate Palier, Mascha Beleaeva an der Viola und der Cellistin Fany Kammerlander wird ergänzt von Gitarrist Knud Mensing und Reinhard Greiner an Trompete und Flügelhorn. Pianist Stefan Gabanyi führt durch das Programm. Das Ensemble spielt Kompositionen von Wolf, aber auch Stücke, die dem Gitarristen aus anderen Gründen am Herzen liegen.

    Die Grundstimmung des Konzerts ist melancholisch. Eindringliche Melodien, schwermütig und ausdrucksstark dargeboten, bewegen Zuschauer wie Musiker. Doch Robert Wolf liebt den Jazz und lateinamerikanische Musik und so kommen auch diese Musikrichtungen beim Konzert in Auers Livebühne nicht zu kurz. Die Stile wechseln innerhalb eines Stücks, aber auch die Bandbreite der dargebotenen Lieder ist groß: Klassische Elemente, wunderbar groovender Jazz oder flotte, mitreißende Rhythmen werden kombiniert, vermengt und abgewandelt. “Sal de la Terra”, “Isla de las mujeres”, “Flor de la Noche”, “Valse pour David” oder “Per il mio amore” heißen die Stücke von Robert Wolf, die das Ensemble auf ganz eigene Art wiedergibt. Bemerkenswert ist, wie sich die Künstler gegenseitig die musikalischen Bälle zuspielen. Die Arrangements, viele von Vladimir Beleaeva, sorgen dafür, dass ein jeder Musiker ganz verschiedene Rollen einnimmt. So spielt Kammerlander nicht nur wunderschön-klagende Melodien, sondern ist mit ihrem Cello auch für den Zupfbass zuständig. Greiner wechselt von grandiosen Trompetensoli zum Rhythmus-Ei, auch Mensing und die Violinistinnen sind mal nur für die rhythmischen Grundlagen zuständig, beweisen ihr Können aber ebenso mit anspruchsvollen musikalischen Techniken, Soli und Lead-Stimmen.

    Am Ende des Konzerts in Neubeuern spielt das Ensemble das mexikanische Volkslied “Cien aos” mit einer Leichtigkeit und Lebensfreude, die die Melancholie des Abends vergessen lassen. Dem “Robert Wolfs Musik-Projekt” ist es gelungen, ohne Worte, aber doch nachdrücklich und einfühlsam Ausschnitte aus dem umfangreichen Werk eines großen Künstlers auf ganz eigene Art zum Leben zu erwecken.

    HMBC – Gebläse und Poesie – OVB 22.11.2011

    Ein denkwürdiger Konzertabend mit Kultfaktor spielte sich in Neubeuern ab. “Auers Livebühne” hatte den richtigen Riecher und die angesagte Band HMBC gebucht, was für “Holstuonarmusigbigbandclub” steht. Bei fünf Musikern handelt es sich zwar um eine recht kleine Bigband, aber um was für eine Ein Musikvideo im Netz hatte die Band bekannt gemacht, inzwischen beherrschen viele Alpenländler und manche Preißen den Text von “Vo Mello bis ge Schoppernau” und singen begeistert bei den Konzerten mit.

    Doch die Band lässt sich zum Glück nicht auf den gerade bekanntesten Song reduzieren, zu groß ist die Fülle des Materials, zu viel sind die Songideen und zu kreativ ist die Band, bei gleichzeitig vorhandener musikalischer Kompetenz. Der Werdegang verrät Parallelen zu La Brass-Banda aus dem Achental, kommen doch alle fünf aus dem ländlichen Raum im Bregenzer Wald und sind ursprünglich von der Volksmusik geprägt, durchlaufen aber gerade Musikstudiengänge an verschiedenen österreichischen Hochschulen. Das ist eine hervorragende Basis für ein Konzert mit einem irren Mix aus alpinen Landlern, Rock und Einflüssen aus verschiedensten Musikrichtungen.

    Ein artistisches Bläsertrio des HMBC. Foto Friedrich © OVB

    Die Ouvertüre machte schon Laune: dramatisch und mit Unterstützung der Lichtregie begann der Auftritt zu den Klängen von “2001-Odyssee im Weltall” , humorig kontrastiert von Tom Jones’ Hit “Just play yourself”. Die Bühnenshow der fünf originellen Bregenzer war allein schon den Besuch wert. Comedyreife Kommentare und Songansagen in Kombination mit Wuschelhaaren und Lederhosen sorgten für hohen Sympathiefaktor nicht nur bei den weiblichen Fans in der rappelvollen Livebühne. Die Band erwies sich als sattelfest in der Volksmusiktradition und spielte ein famoses “grüne Tannen” mit feiner Trompete von Bartholomäus Natter.

    Die HMBCler sind Multiinstrumentalisten: So wechselte der charismatische Sänger Philipp Lingg mehrfach zwischen Gitarre und Steirischer, was in Kombination mit dem Flügelhorn einen reizvollen Sound ergab. Sting hätte seine wahre Freude gehabt an einem zart interpretierten “Every breath you take”, ebenso wie Trombone Shorty an den oft furiosen Bläserstakkati von Stefan und Johannes Bär an ihren Tuben, Bassflügelhörnern und weiteren Blasinstrumenten. Der “depperte Bua” erklang hinreißend und betonte nochmals die regionale Herkunft der fünf Burschen.

    War der erste Teil schon hochunterhaltsam und musikalisch spannend und abwechslungsreich, so setzte die Band nach der Verschnaufpause noch eines drauf. Ein flottes Dixielandstück mit schrägem Intro machte den Anfang. Volles Gebläse gab es in einem Stück zu Ehren des serbischen Ortes “Gucha”, in dem jedes Jahr ein riesiges Trompetenfestival stattfindet, an dem HMBC auch schon teilgenommen hatten. Wirklich irre schnelle Passagen mit griffigen Rhythmen im Balkan-Punk-Sound rissen das Publikum mit zu einem wilden Ritt. Getoppt wurde das Ganze noch durch ein reißendes Tubasolo von Johannes Bär und einem Bläsertrio, das sich umarmte, beim Spiel auf dem Instrument des Nebenmanns. Geschickt bauten die fünf immer wieder rockige Nummern und auch Irisch-Folkiges in ihren Auftritt ein. Freilich sah die Choreographie auch noch den Mega-Hit vor: “Vo Mello bis ge Schoppernau bean I glaufo, d’ Füaß himmer weh tau, weh tau we tau we tau d’Füaß himmer weh tau”.

    Martina Eisenreich und ihre Männer – OVB 25.10.2011

    Ein Vollweib stand da auf der Bühne, barfüßig, rotlockig und in wallenden Samt gewandet, eine Walküre, aber mit sanften Geigentönen: Martina Eisenreich. Schon zum dritten Mal gastierte sie in Auers Livebühne in der Schlosswirtschaft in Altenbeuern, diesmal zusammen als Duo Andima mit Andreas Hinterseher am Akkordeon und, für einige Stücke, mit Georg Lohmeier am Schlagzeug. Als “Martina und ihre Männer” wurden sie vom Veranstalter angekündigt. Der Saal war einigermaßen gut gefüllt, die Stimmung gut wurde zum Schluss euphorisch.

    Das Duo Andima, Martina Eisenreich (links) und Andreas Hinterseher (rechts), begleitet von Georg Lohmeier (Mitte) auf dem Schlagzeug. Foto Janka

    © OVB

    Das Duo Andima, Martina Eisenreich (links) und Andreas Hinterseher (rechts), begleitet von Georg Lohmeier (Mitte) auf dem Schlagzeug. Foto Janka

    Mit sehnsuchtsvoll schluchzenden Geigentönen begann es gleich, mit “Oblivion” von Astor Piazolla, aus der neuesten CD von Andima mit dem Titel “Into the Deep”: melancholische Seelentiefe. Und es wurde insgesamt eine poesievolle Mischung aus musikalischen Seelenzuständen, Filmmusiken und Klängen aus aller Welt, “Reisemusik”, wie Andreas Hinterseher es formulierte. Das Liebesthema aus dem Ballett “Spartacus” von Aram Chatschaturjan war genau so schmachtend wie der alte Peter-Kreuder-Schlager “Du gehst durch alle meine Träume”. Den spielte Martina Eisenreich noch dazu auf einer Geigentrompete, aus der die Geigenstimme näselnd wie aus einem alten Grammophontrichter kommt. Auch die Musik zu dem Film “Nimmermehr” – Martina Eisenreich ist eine sehr erfolgreiche Filmkomponistin – ist elegisch voll von Wind und Meer und Wellen.

    Andreas Hinterseher, oft mit geschlossenen Augen spielend, kann auf seinem Akkordeon ganze Klanglandschaften entstehen lassen, kann es wimmern und klagen lassen und ganze Musikteppiche knüpfen, auf denen sich die Geige von Martina Eisenreich in die Lüfte schwingen kann. Die wilden Tangos und osteuropäischen Tänze grenzen bei ihm an milde Raserei, während Martina Eisenreich ihre Rotmähne schüttelt. Wenn dann noch das reichhaltige Schlagwerk dazu tritt, ein ganzes “Schlagzeugkuriosenkabinett”, wie Hinterseher sagte, wird’s orientalisch märchenhaft wie in dem Stück, das die Musiker auf oder nach einer Reise nach Tunis komponiert hatten: Da traben imaginäre Dromedare durch Wüstenlandschaften aus TausendundeinerNacht, da klingen Glöckchen wie die von bunten Schleiern vor verheißungsvoll blickenden arabischen Gesichtern, da sieht man Dattelhaine in Wüstenoasen vor sich. Georg Lohmeier handhabte sein Schlagwerk virtuos und fast verliebt in seine Klänge.

    Zwei Zugaben erklatschte sich das enthusiasmierte Publikum, bevor es die drei Künstler entließ.

    1-jähriges Jubiläum der Livebühne mit dem Veranstalter Crossgammy und Lisa Wahlandt – 24.06.2011 fuROrum

    Livebühne feiert Einjähriges

    Neubeuern – Nach fast 15-jähriger Pause startete in Auer´s Livebühne im Juni 2010 mit Lisa Wahlandt wieder das musikalische Programm über der Schlosswirtschaft in Neubeuern und beendete damit den Dornröschenschlaf der Kultbühne. Ein Jahr und 17 Konzerte später feiert Auer´s Livebühne am 1. Juli, ebenfalls wieder mit Lisa Wahlandt, ihr einjähriges Bestehen. Zwischenzeitlich ist allerhand passiert in Auer´s Livebühne in Neubeuern – direkt über Auer´s Schlosswirtschaft. Mal ganz abgesehen von den Konzerten, die regelmäßig einmal im Monat stattfinden und sich musikalisch und künstlerisch auf höchstem Niveau befinden, ist auch von den beiden Veranstaltern, Kathrin Weimar und Tom Janko, einiges auf die Beine gestellt worden. Eine professionelle Lichtanlage wurde eingebaut, eine eigene Homepage mit dem aktuellen Programm sowie Rückblicken und weiteren Informationen erstellt, ein Mailverteiler entstand und Kooperationen mit Partnern und Sponsoren aus der Umgebung wurden geschlossen. Das Ergebnis lässt sich sehen und vor allem hören. So hat sich mittlerweile auch bei den Künstlern die „Location“ als interessante und gefragte Bühne herumgesprochen, sodass regelmäßig Anfragen für Auftritte aus allen musikalischen und kulturellen Bereichen bei den Veranstaltern eingehen. So findet man zum Beispiel Quadro Nuevo, Robert Wolf Projekt, Kellner, Marc Gillespie und die Banana Fishbones auf dem anstehenden Programm. Ein Besuch lohnt sich also – vor allem in Kombination mit einem kulinarischen Highlight im Biergarten der Schlosswirtschaft. Ein Genießer-Paket für anspruchsvolle Gaumen und Ohren. Infos und Kartenreservierungen: www.auers-livebuehne.de. Ticketverkauf: Neubeuern: Auers Schlosswirtschaft, Rosenheim: Kroiss-Ticketcenter, Hard&Heavy-Shop. (red) [ ID: 110619 - Date: 2011-06-24 21:06:43 ]

    Stimmungsbüro Kreitmeier – 1.3.2011 OVB Rosenheim

    Das “Stimmungsbüro Kreitmeier” mit Conny Kreitmeier als Mittelpunkt begann auf Auers Livebühne in Altenmarkt bei Neubeuern noch ganz sanft mit “Light my fire”, sehr frei nach Jim Morrison, und entwickelte sich rapide zu einem skurill unterhaltsamen Konzert-Abendder Extraklasse.

    © OVB

    Die Vorgesetzte des Büros, Conny Kreitmeier, heizte mit ihrer neurotischen Belegschaft richtig ein. Manch einer der älteren Semester im Publikum war allerdings von manch derben Texten überrascht. Witzig waren für alle Queens “We will Rock You” als Pantomime-Nummer mit unschlagbarem Luftgitarren-Solo und ein Medley mit 26 Hits in drei Minuten und “Skandal im Sperrbezirk” auf Blockflöte. Foto memminger

    Konzert und Tanz mit Bigband SwingINN – Echo 8. Dez 2010

    „Konzert und Tanz“ auf Auer´s Livebühne


    Die Bigband „SwingINN“ begeisterte mit hochkarätiger Livemusik.Bigband „SwingINN“ brachte Bühne zum Beben

    Bigband „SwingINN“ brachte Auer‘s Livebühne zum Beben. Bereits nach den ersten Takten der Konzertreihe, die jeden ersten Donnerstag im Monat in Auer´s Livebühne stattfinden soll, war den Gästen klar, dass es sich dieses Mal in vielerlei Hinsicht um ein außergewöhnliches Konzert auf der Livebühne handelt.
    Zum einen wurde beim ersten Ton sofort klar, dass 20 Mann keine aufwendige technische Verstärkung brauchen – zumindest nicht in Auer´s Livebühne. Zum anderen wurde man bereits nach der ersten Anekdote von Heinz Dauhrer, der mit viel Witz und Charme die Band und das Publikum durch den Abend begleitete, schnell von der puren Lust daran, Musik zu machen dermaßen angesteckt, dass es einem nur schwer fiel, ruhig sitzen zu bleiben. Und so war es auch gedacht. Jeder, der mal wieder gepflegt und bei hochkarätiger Livemusik das Tanzbein schwingen, oder auch eben „nur“ Bigbandsound hören möchte, war hier goldrichtig.

    Informationen und Kartenvorbestellung gibt es unter www.swinginn.de